Achtsamkeit und Stress

Der Stress entsteht in uns. Es sind die Auslöser des Stresses, die von außen kommen. Unsere Einstellungen und Gewohnheiten entscheiden darüber, ob ein Stress-Auslöser wirksam werden kann, oder ob wir mit gelassener Heiterkeit den äußeren Herausforderungen begegnen können.

Dabei verstehen wir unter Stress nicht nur Zeitknappheit und Eile, sondern auch die Belastungen, die durch Lebenskrisen, Krankheit, chronische Schmerzen, Depressionen, Verlust etc. entstehen. 

Wie wirkt Achtsamkeit im Stress?

1)  Befreiung von Gedankenschleifen

Eine der quälenden Gewohnheiten des Geistes ist das Gefangensein in Gedankenschleifen: Ständig kehren die Gedanken zu einem Ausgangspunkt zurück, und mit jedem neuen Anlauf vertiefen sie diese Spur im Gehirn. Wir erkennen zwar die Nutzlosigkeit dieser Wiederholungen und kommen dennoch nicht aus dem Karussell heraus.

Wirkungen von Stress Cartoon

Mit dem Training der Achtsamkeit erkennen wir diese Tendenz und schulen die  Lenkung der Aufmerksamkeit: wir richten unsere Aufmerksamkeit gezielt auf andere, sinnvolle Gedankeninhalte. Damit befreien wir uns aus dem Sog der Gedankenschleife.

2) Aufbrechen des Reiz-Reaktions-Schemas

Auf viele Reize reagieren wir reflexartig: ehe wir sie wahrgenommen haben, ist schon unsere Reaktion passiert - sei es ein vorschnelle Antwort auf einen provokante Äußerung, eine blitzschnelle negative Bewertung unserer selbst, oder ein Vertilgen von Süßigkeiten als Reaktion auf ein Unbehagen.

Achtsamkeit eröffnet einen Raum zwischen dem Reiz und der Reaktion und ermöglicht so, innezuhalten und dann überlegt und klug zu handeln. Wir werden nicht mehr getrieben von unbewussten Reflexen, sondern entwickeln die Freiheit, echte Entscheidungen zu unserem Wohl zu treffen.

 3) Steigerung der Lebensintensität

Das Abdriften in Phantasien ist eine der üblichen Gewohnheiten des Geistes: vermutlich sind wir mehr mit Zukunft und Vergangenheit befasst, als dass wir uns wach im gegenwärtigen Moment befinden. Auch wenn Phantasien und Gedanken an Zukunft und Vergangenheit durchaus sinnvoll sind, so schaden sie im Übermaß, erzeugen Unzufriedenheit und engen den Erfahrungshorizont ein.

Meditierender in Büro

Achtsamkeit führt uns direkt auf das Leben zurück, so wie es sich in diesem Augenblick darstellt. Wir er-leben den Moment.  Wir erfahren eine Erhöhung der Lebensintensität auch in den kleinen Dingen des Alltags. Und wir lernen, wie das Leben wirklich ist.

4) Kluger Umgang mit Emotionen

Quälende Gefühle können uns fest im Griff haben und unser Leben nachhaltig beeinträchtigen.

Mit Achtsamkeit erlernen wir einen klugen Umgang mit ihnen – ohne den vergeblichen Versuch, sie weghaben zu wollen. Wir trennen uns von den begleitenden Gedankenketten und nehmen die Gefühle als seelische und körperliche Erscheinungen wahr, die als natürliche Phänomene kommen und gehen. Wir schulen uns damit in der Fähigkeit, sie genau zu erleben und dennoch ihnen nicht ausgeliefert zu sein. Gelassenheit und Lebendigkeit stellen sich ein.

 5)  Das Glück der innere Stille

Unsere Sehnsucht nach Stille und Frieden wird oft von innerer Unruhe torpediert. Sowie sich die Gelegenheit zu Ruhe und Entspannung ergibt, schreit der Geist nach Abwechslung und Beschäftigung – oder wir schlafen ein.

Mit dem Training von Achtsamkeit und Sammlung lernen wir, innere Stille bei gleichzeitiger Wachheit zu entwickeln und sie als einen Ort des Glücks zu erfahren. Wir begreifen sie als Quelle von Erholung, als eine Zufriedenheit, die aus der Tiefe des Seins kommt und keine äußeren Anlässe benötigt.

Relax

Wie wirkt sich Achtsamkeit langfristig aus?

Langfristig ändert sich unsere Einstellung zu unseren Erfahrungen. Wir erhalten eine Immunisierung gegenüber den Anfechtungen von außen und können unseren Erlebnissen zunehmend mit gelassener Heiterkeit und wohlwollender Aufmerksamkeit begegnen.

Zustäzlich entfaltet sich ein unerwartetes Geschenk: Wir erfahren mehr Dankbarkeit und Glück. Denn mit den schönen Erfahrungen ist es genauso wie mit den unangenehmen: Wir erleben sie in unserem Inneren; die äußeren Dinge sind nur Auslöser. 

So verlagert sich der Schwerpunkt: Was als Methode zur Stressreduzierung begonnen wurde, entwickelt sich zum Vermögen, ein rundum zufriedenes und erfülltes Leben zu führen.

"Durch das regelmäßige Meditieren
bin ich im Alltag gelassener geworden
und schaffe es immer öfter
mit stressigen Situationen besser umzugehen.
Ich bin sehr dankbar,
von der jahrzehntelangen Meditationserfahrung
von Claude profitieren zu dürfen!"

Angela, Referentin, 36 Jahre, 2017